Sintflut im Gudbrandsdal 1789
Diese Bildtafel fotografierte ich um 1995 am Gedenkstein der Ûberschwemmung am dafür eingerichteten wunderschönen Rastplatz an der E6 nördlich Hamar. Bei Wohnmobiltour im vorigen Sommer (2008), als ich meinen Enkelinnen die Tafel zeigen wollte, war diese am Gedenkstein weggenommen; vielleicht als "politisch inkorrekt" wegen der Geschehnisse 1940 gerade in dieser Gegend, die seit kurzem durch immer neue Hinweistafeln wach gehalten werden.
(aus dem norwegischen): "Die Flut 1789 ist ohne Vergleich die die grösste Naturkatastrofe im Gudbrandstal gewesen. Ein fürchterliches Unwetter mit ungeheuren Regenfällen befiel das Innere des Ostlandes ....... Die grössten Schäden trafen zweifellos das Gudsbrandstal. Hier bekam das Unglück auch den Namen "Ofsen" oder "Storofsen", was etwas Schreckliches oder Ûberwältigendes bedeutet. Diese Bezeichnung war im Nordteil des Tales schon immer für die biblische Sintflut gebraucht worden ............ So langsam, als den Behörden der Umfang der Katastrofe bekannt wurde, versuchte man mit "Massnahmen". Unter anderem wurde in den Kirchen sowohl im Königreich Dänemark-Norwegen als auch im Herzogtum Schleswig-Holstein (richtig wäre: "in den Herzogtümern Schleswig und Holstein", diese hatten eine Sonderstellung im dänischen Gesamtstaaat) Kollekte gesammelt. Der Hilfsprozess war jedoch bürokratisch und ging sehr langsam vonstatten, wie auch der Umfang der Schäden schwer zu begreifen war. Ûber 3 Jahre vergingen bevor etwas von den Kollekten vor Ort kam; und die Summe von 19.000 Reichstalern blieb in diesem Zusammenhang trotzdem Kleingeld. Zusätzlich zu Anleihen liessen die Behörden 10 Jahre lang Steuerfreiheit gelten. Die Hilfe war aber viel zu gering für diejenigen, die alles verloren hatten, und viele Familien begaben sich nordwärts um neues Land und einen neuen Lebensanfang zu finden." (e.a.)
(e.a.)