1945. Flucht aus Ostpreussen

Marie Luise Arlt, geb. Speck.


Im Hintergrund das Hotell "Goldener Anker" in dem MLA u.a. am Tage dieser Aufnahme (Tagebuch MLA) i.A. der NSV im Hotel versuchte, Flüchtlinge, Mütter und Kinder (Notizblock im Nachlass) zu versorgen. Hoffnungslos überfordert. Konnte sich aber in den nächsten Tagen während einer unglaublichen Panikstimmung selbst "absetzen "

  Pillau der Ostseehafen Königsbergs (heute Baltijsk in der russ. Enklave Kaliningrad) Ende Januar 1945.

  

Die "Cap Arcona" rechts hinten im Hintergrund "neben dem Schornstein des Zerstörers im Vordergrund". Ausserdem das "KdF"-/Lazarettschiff "Wilhelm Gustloff" (Mitte Hintergrund im selben Bild - wahrscheinlich das letzte vorhandene Bild jenes Schiffes - aufgenommen am Tage oder Tag vor der letzten Ausfahrt in Gotenhafen (heute poln. Gdynia), wird am Tage darauf von einem russ. U-Boot torpediert und geht bei eisiger Kälte mit über 10.000 Menschen (grösstenteils Frauen und Kinder) an Bord unter. MLA war, zusammen mit Tausenden anderen "auf kleinen und kleinsten Schiffen" (MLA) von Pillau herübergekommen. Am Tage vorher war die danebenliegende "Wilhelm Gustloff", auf der sie versucht hatten an Bord zu kommen, ohne sie ausgelaufen, so wie der grösste Teil der auf Transport in den Westen wartenden Menschenmenge ("nur Mütter, Kinder und Verletzte"); wird aber, zusammen mit einer gleichfalls jungen Rotkreuzschwester, vorbei an allen Kontrollen, von Matrosen der "Cap Arcona" in den Krannetzen des Schiffes zwischen Lebensmitteln versteckt, an Bord gehievt und "dürfen" deren enge Kajüte übernehmen - in den Tagen ein sagenhafter Luxus. Sie können so noch (einen Tag vor dem Massaker von "Metgethen" an der Bahnlinie Königsberg-Pillau) aus dem von den Russen eingeschlossenen Königsberg / Samland entkommen. Als die letzte der Lyck-SPECK's.  Noch 2 Wochen vorher war es von den Nazis verboten (Brief an MLA) worden an Flucht nur zu denken (Defätismus). Nachts auf See "tutet es ununterbrochen (MLA)"; an Land in Stettin dann die Nachricht vom Untergang der "Wilhelm Gustloff" nachts vorher auf der gleichen Route; der sowj. U-Boot-Kapitän Marinesko im Glauben, die Arcona getroffen zu haben (ihm ist ein Denkmal beim alten Favoritspaziergang der Specks am Schlossteich in  Königsberg / Kaliningrad errichtet; und eine Boeing 737 der K. Fluggesellschaft Avia benannt.). Kurz darauf ereilt aber auch u.a. die "Steuben" und später die "Goya" das gleiche Schicksal, jedesmal mit zigtausenden Flüchtlingen an Bord. Die Cap Arcona wurde, wie sich vor ein paar Jahren aus den nun geöffneten russischen Archiven ergab, von demselben U-Boot (S-13), das die Gustloff versenkte, torpediert; entging aber dem Beschuss, ohne es zu ahnen.

Die "Cap Arcona" ereilte aber ein fürchterliches Schicksal Tage vor Kriegsende durch Raketenanfall engl. Jagdbomber in der Lübecker Bucht, diesmal mit 7.000 KZ-Häftlingen an Bord, von denen wenige überlebten. Theodor Speck wurde u.a. nach Kriegsende von den Engländern dazu eingezogen, die Ostseeküste mit "aufzuräumen".

"Festung" Königsberg - Volkssturm gegen russ. Armeen...und Hafen Pillau in den Tagen. (www)
1945 -1948  Augenzeugenbericht Königsberg 1945. Brief Dr. Bedaun, der freiwillig "dablieb", nach der Entlassung aus russischer Gefangenschaft an MLA.

  MLA's "Goldener Anker" in Baltijsk (Pillau) heute.

 


(1939. Wilhelm Gustloff, Stettin).


(e.a.)


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