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"Allgemeines über die Kirchenbücher.

Im Durchschnitt beginnt die Führung der Kirchenbücher in Holstein um 1650. Nur in wenigen Kirchspielen gehen die Eintragungen in eine bedeutend frühere Zeit zurück, so in Großenbrode am Fehmarn- (missing line ?) 1584 und das Heiratsregister 1586 angelegt worden ist. Krieg und Feuersbrünste haben jedoch manch schon vorhandenes Kirchenbuch in späterer Zeit wieder zerstört, sodaß z. B. in Stellau nach dein Brande des Pastorates die Kirchenbücher erst von 1706 an erhalten sind. In Hohenaspe stammen aus demselben Grunde die ältesten erhaltenen Kirchenbücher aus dem Jahre 1732.

Und da in älterer Zeit über die Führung der Kirchenbücher keine bindenden Vorschriften bestanden, blieb die Art der Eintragungen den einzelnen Pastoren überlassen. So sind denn die ersten Kirchenbücher ein Spiegel der Seele des jeweiligen Pastor loci.

In manchen lacht das Herz des Familienforschers über die Gründlichkeit und Liebe, mit der die Eintragungen vorgenommen worden sind. In anderen aber ist das Gegenteil der Fall und der Wert der Eintragungen recht problematischer Natur. Leider gehört zu diesen letzteren Kirchspielen auch Kellinghusen, mit dessen Darstellung als dem Kirchspiel, das die meisten Gloy Eintragungen enthält, begonnen werden soll.

Erst am 9. April 1763 wurde von König Friedrich V. Eine Verordnung herausgegeben die den Pastoren ganz genaue Verschriften über die Führung der Kirchenbücher macht. Von diesem Zeitpunkt an werden die Eintragungen - von – gelegentlichen Ausnahmen abgesehen - so brauchbar, daß ein Stammbaum ohne größere Schwierigkeiten zusammengebaut werden kann.

Wenn hier und im nachfolgenden von Kirchenbüchern die Rede ist, so sind hiermit nur die Kirchenbücher im engeren Sinne gemeint. Also die Kirchenbücher, deren Eintragungen auf das Kirchliche Leben der Gemeindemitglieder Bezug nehmen und bei denen die Kirche als Träger in von Amtshandlungen auftritt. Taufe, Heirat und Begräbnis sind die drei Daten, die auch in den ältesten Kirchenbücher fast immer verzeichnet sind. Vergebens sucht man dagegen nach der Mitteilung der Tage der Geburt und des Todes. Erst von 1763 an werden auch diese Daten mit in die Tauf- und Beerdigungseintragungen aufgenommen. Weiterhin enthalten die Kirchenbücher Eintragungen über die Konfirmation, die Aufbiegung der Verlobten von der Kanzel herab an drei aufeinanderfolgenden Sonntagen und - meistens allerdings nur zahlenmäßig ohne Angabe der Namen - den Besuch des Abendmahls. Interessanter als diese letzteren Eintragungen sind die des Kirchenbußenregisters, des Deprecationsregisters, wie es damals hieß. Hier hören wir von den bösen Schandtaten der Familie.

Zu den Kirchenbüchern im weiteren Sinne gehören auch Grabbücher, Kirchenstuhlregister, Kirchenrechnungen und die der alten Propstei Münsterdorf besonders eigentümlichen sogenannten Missale, so bezeichnet nach den ursprünglichen Aufzeichnungen, die-man mangels Papier auf den freien Blättern des im gottesdienstlichen Gebrauch befindlicher Missalbuches machte. Diese mehr dem Rechnungswesen der Kirche dienenden Aufzeichnungen, die auch für die Familiengeschichte reiches Material enthalten, gehen oft bis in die Zeit vor der Reformation zurück.

Die Kirchenbücher in Kellinghusen.

Das älteste Taufregister in Kellinghusen beginnt mit dem Jahre 1643. Es ist nur ein schmales, in Pergament gebundenes Heftchen, dessen Eintragungen den Laien manchmal anmuten, als wären sie nicht von dem damals amtierenden Pastor Christian Druläus mit dem Gänsekiel geschrieben, sondern, als wäre das liebe Federvieh selber über das Papier gelaufen. Doch mit einiger Mühe liest man sich allmählich in die Schrift jener Zeit des ausgenenden dreißigjährigen Krieges ein und findet gleich zu Anfang die erste Gloy Eintragung "den 25 Martius (März) Hans gloie zu Rade sein Tocher", bald darauf "den 29 October Hans gloien zu Zerlehusen (Sarlhusen) Kind ". Und so folgt dann kurzen Abständen Gloy Eintragungen auf Gloy Eintragung. Sie alle zeigen, wie zahlreich schon, damals die Sippe war. Bin Beweis dafür, daß die Familie Gloy sicher schon in weit früherer Zeit in jener Gegend gesessen hat.

Gezeigt werden sollten jedoch einmal die Schwierigkeiten, die zu überwinden waren und teilweise noch zu überwinden sind, wie überhaupt immer wieder allen, auch den fernerstehenden Familienmitgliedern diese Arbeit näher gebracht werden soll. Jedes Familienmitglied, nicht nur die engeren Mitarbeiter am Stammbaum, soll in die Arbeit hineinwachsen, die Familiengeschichte von Stufe zu Stufe entstehen sehen und geistigen Anteil daran gewinnen. Diesem Zwecke dient nicht zuletzt die geplante Herausgabe der Familienchronik in einzelnen Abschnitten"

http://www.thuy.com/genealogy/SippeGloy.html

(e.a.)


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