Hinrich Speck - Predigt oder Vortrag,"Breklumer Zeit"

Wahrscheinlich 1926 in Breklum auf einer Missionsversammlung,

Der ganze Vortrag:          

Auszüge mit Bezug auf das damals aktuelle Zeitgeschehen:

"....... "Die Ernte ist gross". Was heisst das? Wann ist die Ernte gross? Als ich in der Regenzeit 1911 in der neueingeweihten Kirche in Jeypur über dieses Evangelium predigte und nach dem Gottesdienst die Scharen (*1) von neuen Lernenden hinausströmten, sagte Schwester Hermine Knuth: "Es ist wirklich Erntezeit". Als sich in unserem Jeypurlande Tausende zum Uebertritt zum Christentum meldeten und in Nowrangapur an einem Weihnachtstage gar 600 Heiden auf einmal getauft werden konnten, da habt Ihr hier zuhause vielleicht auch je und dann an das Wort gedacht: "Die Ernte ist gross". Wenn wir von grossen Bewegungen auf anderen Missionsfeldern wie Niss und Neuguinea hören, oder sehen dürfen ...."

".... Von den 120 Millionen Mark, die vor dem Kriege von der evangelischen Christenheit für die Heidenmission aufgebracht wurden, steuerte Deutschland nur ungefähr 14 Millionen bei, und von den 700 Missionsärzten stellten wir 22 ...."

".... Als ich einmal auf einem Markte mehrere Male predigte, kam ein Lehrer leise herangeschlichen und sagte: "Sahib, Du kannst gerne aufhören, die Heiden bekehren sich doch nicht"...."

".... Unsere Dombos, zu denen unsere meisten Christen ja gehörten, waren in religiöser und sittlicher Hinsicht bankerotte Leute, die nicht viel mehr hatten als die Furcht vor bösen Geistern ...."

".... und wenn die Bothras im Jeypurlande, die wohl aufmerksam Gottes Wort hörten, aber noch nicht zum Uebertritt willig waren ...."

".... wie Missionar Neudörffer sagte ...."

".... Vor dem grossen Kriege wollten die evangelischen Christen aller Länder einen grossen Missionsfeldzug unternehmen (Internationale Missionskonferenz aller christlichen Glaubensrichtungen in Schottland um 1908 ?). Damals besassen wir eine grosse Missionskraft. Der Teufel hat diesen Plan vereitelt, indem er in der Kriegszeit auch bitteren Hass unter die Christen gesät hat, wodurch viel Missionskraft und Missionsfreudigkeit vernichtet worden ist ......"

".. Unser Volk befindet sich in einer ähnlichen Lage wie damals Israel. Der Abfall von Gott greift immer weiter um sich. Leere Kirchen, Vergnügungssucht und Gewinnsucht, eine furchtbare Verbreitung von Schundlitteratur, Unzucht und Verbrechen aller Art, Hader und Zank im Inneren unseres Volkes und anderes sind ein Beweis dafür. Das Furchtbarste aber ist, dass wir trotz der Kriegsgeissel und trotz der Dahingabe in die Hände unserer Feinde noch immer nicht einsehen können und wollen, dass wir um unserer Sünde willen unter einem furchtbar ernsten Gottesgericht stehen. Mir scheint, wer noch nicht ganz blind geworden ist, der muss es jetzt bald mit Händen greiffen können, dass nur ein Wunder der Gnade Gottes uns vor dem Sturz in einen unheimlichen Abgrund bewahren kann .."   (Hitler... !)

".... Wenn die Mitternachtsmission in Hamburg und anderswo noch den Mut findet, unter den Verkommensten zu arbeiten ...."

".... Das hat auch die Zeltmission in Altona wieder gezeigt ...."

".... Wie viele haben 1919 gehofft, dass nun der Himmel auf die Erde kommen würde. O, wie enttäuscht worden sind Millionen und aber Millionen in unserem Volke ...." (Versailles...!)

".... Wird unser Volk diese Zeit verstehen?....... Oder wird es uns gehen wie es einst Israel ging? Das sind ernste Fragen in dieser für unser Volk so ernsten Zeit ....."

".... Wenn der Herr im Siegerland, in Nordschleswig und anderswo Leben wecken konnte, dann kann er es auch anderswo tun ...."

".... Einige Tausend Missionare mit ihren eingeborenen Gehülfen, was ist das z.B. unter den 400 Millionen Heiden in China? (plus eine Milliarde seitdem) Auch auf unserem Gebiet in Indien konnten wir kaum einmal jedes Dorf besuchen ...."

".... Da war z.B. Kalahandi, das Nachbarland von unserem Jeypur, und da sind in China die weiten Gebiete um Pakhoi und Lmchow herum, und wie sieht es erst aus in Tibet und im Innern Chinas und Afrikas !  ....."

(h.s.1926) (e.a.)

(*1) Scharen von neuen Lernenden =  Protosikja  (odiya für Anwärter, Lernende, Vorschüler). (e.s.)


 (e.a.)


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