Kaddi – Indisches Essen

  (e.s.)


Odiya Lesson 2

Kaddi – indisches Essen, indische Rezepte (e.s.)

Die typische indische Kochstelle ist ein freies Holzfeuer zwischen drei Steinen draußen vor der Hütte oder unterwegs in der country, oder eine Feuerstelle mit niedrigem roten Lehm-Ofen in der Hütte. Die indische Rauchküche kann unmöglich die Hitze für deutsche Grillküche, Bratkartoffeln oder gar Brot oder Pommes entwickeln. In schwarz verrußten Alutöpfen wird Reis beigestellt und indischer Curry gebrutzelt. Auf die Flamme wird immer Buschholz nachgeladen. Curry-Pulver darf nicht mit indischen Speisen verwechselt werden. In Indien verwenden nur die Restaurants der Mittelschicht diese britische Erfindung. Die Engländer haben mit der Vorratshaltung der getrockneten Currypaste begonnen, um India in Form von curry-powder mit in ihren Londoner Nebel nach Haus zu nehmen. Und das hinterweltliche Deutschland hat erst spät nach dem Wirtschaftswunder in den 60er Jahren mit der ordinären Curry-Wurst, eine einseitige inkorrekte Verwendung des Curries, begonnen und das einzige indische Wort hier eingeführt und es dabei belassen.

       (e.s.)

Deutsche Curry-Rezepte sind schon ein Import und eine Verwandlung der indischen Küche, weil wir "hier in Europa“ anders kochen und anderes schmecken wollen, und weil es keinen indischen Basar in Germany gibt.
Aber los! Zu Eriks erstem Curry-Grundrezept für den Curry-Club in der Speckseite.
   Zu Großmutters Glas Wasser kommt ein Topf Reis, ein Curry, ein Dal und ein Chutney auf den Tisch. Die roten Kurkuma-Eier kommen das nächste Mal als deutsche schnelle indische Küche dazu. In Indien ist es immer polierter weißer Reis und man kennt Dutzende Reissorten mehr, aber hier nimmt man gerne mal zur Abwechslung ungeschälten oder sogar den Basmati-Reis, wegen dem ich mit meinem lieben Vater noch in den letzten Jahren einen heftigen Disput hatte.
Basmati ist ein wohlschmeckender Reis mit seiner eigenen Duftnote, dem Basma, weshalb er so getauft wurde. Mein Vater reagierte empört, als ich den Eltern beim traditionellen Curry-und-Reis vorschlug, dass sie mal einen ungeschälten gesunden Öko-Reis oder gar einen Basmati-Reis probieren sollten. Er kenne den Gestank vom billigen Reis in den Dörfern der armen Inder und wüsste auch, woher der Duft käme. „Weißt du nicht mehr, wie die Ratten und Mäuse durch die Hütten gerannt sind!?“ sagte der langjährige Indienfahrer und schlug ganz unbeirrt den Wohlgeruch einer hochdotierten Export-Reissorte einfach aus.
    Wie man es in Indien macht für eine 4-Personen-Familie.
Besorg dir auf dem Hatt, auf dem Wochenmarkt, frischen Hollodi, Morritz, Pi-aadsch, Shaag, Rasunj, Jeehra-Ingwer, grüne Chilis, Zwiebeln, grüne Bohnen, Knoblauch, Kreuzkümmel - und Kardamom. Koche zwei Tassen Reis oder eine Tasse pro indischer Person mit doppelter Menge Wasser und ½ Teelöffel Salz. Geh vor deine Hütte in die Sonne und mahle auf deinem Mahlstein deine frische Karri-Paste.
(Foto. 1984. indisches Mädchen am Karri-Stein hinter der Hütte.)
   
Ja. Da fängt es an. Einen echten Mahlstein für die Currypaste haben wir nicht! Obwohl es dieses Jahr solche schweren Klötze aus Granit-Stein beim Supermarkt in der Camping-Abteilung schon gegeben haben soll. Deshalb nimmst du ersatzweise 1 - 2 TL Currypulver, ½ TL Kreuzkümmel gemahlen und Coriander. Erhitze 2 EL Sonnenblumenöl in der Kasserole und schmor darin eine in Stückchen geschnittene mittelgroße Zwiebel. Du hockst mit nackten Füßen im Lendenschurz auf dem Lehmboden deiner Hütte vor deinem Niya-Feuerchen und fetzt die Zwiebeln mit den Händen in Eilesschnelle durch das lange schwarze Küchenmesser zwischen deinem rechten großen Zeh und seinem kleinen Nachbarn. In die goldglänzende weich geschmorte Zwiebel gibst du die Gewürze. Vor dem Shaag-Gemüse oder Fleisch bräunst du bei mittlerer Hitze (1 Scheit Holz nachlegen, bei Gas einen halben Strich) die Gewürze im schmorenden Fett unter ständigem Rühren. Indien muss in den trockenen Gewürzen erst wieder lebendig gemacht und heraus gelockt werden.

(Postkarte)

Chili soll ein antidepressives Hormon enthalten und macht den Menschen in Indien glücklich.
    In diesen Sutt, deine Currygrundlage, gibst du das Curry-Gemüse des Tages, Phul-Kobbi, Bengali-Baigon, Bendis-Blumenkohl, indische Art Suchinis, Lady-Fingers - oder die ollen deutschen Mohrrübenstäbchen oder Broccoli-Bäumchen oder andere tun es auch, und lässt das Ganze im Curry mit geschlossenem Deckel garen. Tu dann ½ TL Salz drüber.
    Bereite deinen Essplatz vor! Mit 4 indischen Talis, indische silberne flache nirosta Blechschalen mit hohem Rand, oder 4 frische grüne Bananenblätter. Oh! Hast du in Germany nicht!? Dann stellst du 4 Teller aus. Curry und Reis kann direkt aus den Töpfen von der Herdstelle heiß serviert werden. Du schöpfst den Reis mit dem Kokuslöffel oder deinem kleinen Podi, dem Alu-Krug. Pass um Krishnas Willen auf, dass niemals dein Toiletten-Podi in die Küche gelangt! Indien putzt sich mit Wasser und mit der linken Tschi-Tschi-Hand die 4-Buchstaben ab. Und reiche so immer nur mit deiner Rechten das Essen!
    Kaibar! Essen kommen! Alle hocken sich auf dem Boden ringsum und ohne eine Wort zu reden wird schnell mir der rechten Hand gegessen und geschlürft. Die Hühner dürfen heruntergekrümelten Reis aufpicken und jeder, der schnell fertig ist, rennt hinaus um sich Hand und Mund an dem bereitgestellten Podi zu spülen. Mit einem großen Bogen spuckt jeder noch ein letztes Mal genüsslich in den Garten und die Kühe kriegen die Bananenteller vorgeworfen, während die Frauen in der Hütte die Reste auflesen und für sich zurückgezogen ihre Mahlzeit in der dunklen Küche einnehmen. Atscha! Salam, Babudji! (e.s.)

(e.s.)


(e.s.)


Home