Quarnstedt
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| (A-F) Quarnstedt "by Google" | (C) Hof Hans & Cilly Speck "by Theo S." | (D) Die alte Schule |
(A) Hof Heinrich und Miede S., später Sohn Harry und Lenchen S., dann deren D.Speck. Der Altenteil (E) nebenan war die still übereingekommene "Sammelstelle" für die Hinrich Speck-Familie falls im Krieg doch etwas "schieflaufen" sollte.. Hinrich und Luise wurden schon im Herbst '44 mit Widerstand von Lyck/Ostpr durch Tochter M.L.A. dorthin zu Hinrichs Bruder Heinrich "verwiesen", da sie über die sich anbahnende Lage besser informiert war als Rundfunk und Wochenschau (und damit der grösste Teil der Bevölkerung).. Im Frühjahr 1945 vor und nach Kriegsende tauchten dann eine ganze Reihe Familienmitglieder dort auf, u.a. auch Nichtspecks wie der Berliner Ernst-Bruder Günter Arlt (Norwegen, Finnland u. zuletzt verbotenerweise auf das "richtige", aber verbotene Ufer der Elbe bei Torgau (amerikan. Soldaten liessen sich mit Schnaps erweichen), und im Juli Karl Ernst Arlt (Belgien/Holland/Rheinland) aus der amerikan. Kriegsgefangenschaft im Reservelazarett Dillingen/Donau. Dabei gab es wohl nach einem langen Fussmarsch (Kinderwagen als Transportmittel) für den letzteren ein freudiges Wiedersehen mit seiner Kriegsbraut M.L.A., geb. Speck; denn ich wurde Anfang April¨'46 im Nachbarort Wrist-Stellau, wo Karl Ernst im Herbst '45 eine "entnazifizierte" Stelle als Lehrer bekam, dort im 2. Stock des Schulhauses geboren. (C) Hof Hans u. Cilly Speck, Bruder von Harry, Sohn Heinrichs. Nebenan (B) ein kleines abgeteiltes Stück für Gartennutzung für Hinrich und Luise; etwas wichtiges für viele Familien kurz nach Kriegsende als der Hunger erst richtig zupackte. Auf dem Bild ist die Ecke immer noch "abgeteilt".. Nun ging es wohl unseren Specks nicht allzu schlecht dort bei den freundlichen Verwandten auf dem Lande, so dass Hinrich und sein Sohn Theo Siem (siehe Gedicht unten) dort einen grosszügigen Tabakanbau unterhielten, an den ich mich sehr gut erinnere von Besuchen im Garten mit Grossvater, der auch alle anderen Pflanzen erklärte. Als kleiner Bengel erinnere ich mich an die erlebte grenzenlose Steppe des "Riesen"-Ackers (so wie später die die - mit Auto - erfahrene Transit-Landschaft Mecklenburgs zu DDR-Zeiten) ohne Horizont; die tiefen "Gräben" der Ackerfurchen in denen man fast verschwand, und den "Wald" der Tabakpflanzen. Das kam natürlich daher, das ich man selbst so winzig war.. Wenn der Tabak reif war wurde er auf dem Dachboden des Altenteils (E) getrocknet und dann mal von Theo und Hinrich in ihren Pfeifen verqualmt. Ganz hinten unterm Horizont des Ackers konnte man manchmal anderen Qualm und andere Pfeifen sehen und hören; dort verlief die Bahnlinie Kiel-Altona (F). Bei Kriegsende wurden die Züge von britischen Jagdfliegern angegriffen, die schon die Flugplätze um Hamburg erobert hatten. War es mal ein Güterzug, dann konnte es schon mal passieren dass das ganze Dorf dort bei der "Entsorgung" mithalf; vor allem ein Lebensmitteltransport mit Fleisch wurde damals dankbar entgegengenommen - die Waren wären auch sonst verdorben bevor sie auf anderen Wegen nach Kiel transportiert worden wären - ein Ding der Unmöglichkeit in den Tagen . Auch kam es schon mal vor dass einer der Engländer abgeschossen wurde und von der dem Piloten gleichaltrigen jungen Dorfjugend "gehörig verprügelt" wurde, denn diese schossen ohne Rücksicht mit Bordwaffen auf Fussgänger; so erzählte Mutter Arlt, das sie sich beim Einkaufsweg nach Kellinghusen in den Strassengraben "schmeissen" musste und die Kugeln um sie herumplopften (Strasse nach Kellinghusen - Verlängerung D-B-C). Solche Missetaten wurden nicht vergessen und hatten nach Kriegsende zur Folge, dass die Military Police der "Wüstenratten" solche Taten sühnen wollte. Davon hätte auch Grossvater Hinrich oder Mutter Luise erzählen können (taten sie aber nicht - erst um 2008 wurde mir diese "Story" v.d. ebenfalls dort untergebrachten Tante R. am Telefon erzählt), die bei solcher Gelegenheit den wortführenden barschen aber früheren Indiengedienten Kolonialoffizier mit "alten Erinnerungen" aufhalten konnten, so dass die "Täter" benachrichtigt und etwas mehr Zeitvorsprung bekamen Das alte Schulhaus (D), in dem Hinrich mit dem Einverständnis von Pastor Hinrichsen in Kellinghusen Gottesdienste abhielt (1944 - ca.1955), obwohl er der Freikirche und nicht der Landeskirche angehörte. Ich kann mich gut an seine Kindergottesdienste erinnern; es war schon etwas extra, dann an der Hand des "Pasters" nach Hause zu trippeln. (e.a.)
"Anzeige" i.d. Hochzeitszeitung E.+H.S. 1945 (?): "Suche zum 10.4. Zimmer, in dem ich unbehelligt meinen Eigenheimer rauchen kann. H.S." (e.a.)
Theodor Siem Speck, Quarnstedt, um 1946:
| Tabak ham wir viel im Garten, doch ach, man muss so lange warten, sich oft den Appetit verkneifen, weil er so lange braucht zum reifen. So mancher Blick schon nach ihm peilte, als ob er doppelt sich dann eilte, und mancher dachte ich säh's lieber, wenn schon die Reifezeit vorüber. (t.s.) |
Brief von Bruder H. (noch nicht eingeschult) in Wrist-Stellau an seine Schwester M. ( 1952) bei den Grosseltern Speck in Quarnstedt: "LiBE M..... Bistu GEsunt Schreip Auch MAL Zu RüK FReustu Dich Auch Auf BerLien jA Schreip DAS AUF Den ZeteL Den Du Zu Rük Schreipst is Es Da iN Quanstet Schön? Ferztu imer Mit ONKeL HARi (Speck) zu MeLken Bei Di Küe Wo Daz Weise Haus Schtet - HoLstu Dier imer toto Fus BaAL FANEN FON KAUF MAN - is iN QUANstiN WAZ Neuez GE BAut Schreip Mir Daz MALc Zurük - Erika komNt Mogen UND BriNkt DieseN BriF NAch Dir Zu Dir NAch Quanstit LiBe M......"
Die
Gemeinde Quarnstedt in Geschichte und Gegenwart
Von H. Speck, W. Laackmann und A. Humfeldt (quarnstedt.de/historie)
"Quarnstedt ist eine Landgemeinde, fünf Kilometer östlich Kellinghusen am
Landweg von Kellinghusen nach Brockstedt gelegen. Sie hat nach dem Stand des
Jahres 1994 ca. 400 EInwohner und verfügt über ein Areal von 1058 ha, bestehend
aus 667 ha Ackerland, 66 ha Weiden sowie 28 ha Hölzung. Der derzeitige
Bürgermeister ist Walter Laackmann. Politisch ist die Gemeinde dem im Jahre 1867
gegründeten Kreis Steinburg zugehörig, verwaltungsmäßig gehört sie dem Amt
Kellinghusen Land an.
Die aufgezeichnete Geschichte des Ortes beginnt mit ihrer ersten
urkundlichen Erwähnung im Jahre 1248. Aber es kann mit Fug und Recht davon
ausgegangen werden, dass der Ort Quarnstedt weitaus älter ist, als die
Jahreszahl der ersten urkundlichen Erwähnung Quarnstedts erwarten läßt.
Die Ortsnamenforschung ist geeignet, weitere Aufschlüsse über den
Ursprung der Gemeinde Quarnstedt zu geben, denn hier ergeben sich direkte Bezüge
zu den archäologischen Befunden. Der Name "Quarnstedt" besteht aus zwei
bedeutungstragenden Elementen, die zusammen eine historische Gesamtaussage
ergeben. Hierbei handelt es sich einerseits um das Element "Quarn"; altdeutsch
"Quern", andererseits das Element "-stedt"; altdeutsch "-stede". Das Wort quern,
später quarn bedeutet Mühle (Anm.e.a.:
wie noch heute "kvarn" im schwed.), das Wort
stede Stätte, Platz.
In unsere Sprache übertragen bedeutet der der Ortsname mithin
"Mühlenplatz", Eine Quarn ist dabei nicht als Mühle im klassischen Sinne zu
verstehen, sondern hierbei handelt es sich um eine Handmühle, entsprechend der
im Jahre 1988 in der Quarnstedter Feldmark getätigten Funde.(Anm.e.a.:dass
ein Ort nach einer Handmühle benannt wird scheint etwas weit hergeholt zu sein ?
Windmühle? Mühle mit Pferde- oder Ochsenkraft?)
Das in einer solchen Mühle verarbeitete Getreide wurde auf einem
muldenförmigen Bodenstein mit einem Steinstampfer zu Grobmehl zerstoßen. Andere
Funde dieser Art, etwa auf dem Gebiet der Gemeinde Quarnstedt, und deren
wissenschaftliche Analyse verweisen auf eine Herkunftszeit um das Jahr 1500 vor
Christus. Mithin kann davon ausgegangen werden, dass der Quarnstedter Raum seit
jener Zeit fest besiedelt ist.
www.Quarnstedt.de
(e.a.)