Erklärungen zur Speckseite
von Erik

 

(nach Jahren geordnet; die letzen Jahre oben, die frühen unten)

2009

2009
Die Konds in Bodomanjeri lassen dann das Wasser nach der Turbine nicht zu Tal stürzen, sondern lenken es in einer "Nala", in einem Bewässerungsgraben auf ihre Felder. So schlau war ich auch noch als "kleines doofes" Missionarskind im Hintergrund im Penryn-Boarding in Kodaikanal, als mein Vaterheld, der Missionar, da oben in den Kondbergen 1963 den ersten Damm baute. Das am kleinen Bergfluß im Wald abgezweigte Wasser wurde am Hang entlang zum Dorf geführt, um deren Felder erstmalig besser zu bewässern. Dass unsere Mutter beim so gefeierten "Dammbau" dann eine kräftige Malaria kriegte, haben wir "Missionarskinder" im Internat weitweg gar nicht so mit gekriegt. Die Missionarsfrau mußte im "Pallankin" in einer Trage von Kond-Kulis den beschwerlichen Weg eines Tagesmarsches zum Unimog herunter gebracht und ins Nowrangapur Hospital gefahren werden. Ein Brief der Mutter an uns in Penryn enthielt dann die leichtere Version, dass sie "Sumpffieber" hatte... (e.s.)

2008

2008 7.12. 2008. Christa Hübner in Molfsee verstorben. Frau Hübner hat viele Jahre die Missionsarbeit für die Witwenheime in Karaput und Kotapad in Orissa in Indien geführt. Sie ist die Ehefrau von Bischof Friedrich Hübner, ehemaliger Missionar, und war mit ihm von 1937 - 1946  in Indien. Auch ihr Schwiegervater, Senior Hübner, war schon als Missionar 1905 bis 1914 in Jeypore und Koraput. Er hat die Koraput Kirche gebaut. Hinrich Speck fuhr 1906 zusammen mit der Mutter C.Hübner's nach Indien "raus".  (e.s.)

 

2008  Speck, Reimer Hans "Before the war at Kotapad, the Jeypore District of the Breklum Mission work. Interview at Molfsee near Kiel, 25 September, 1970; in English, transcript 11 pages. Graduate of the Breklum Mission Institute. Sent out to India in 1936, and followed by his fiancèe Eline Tonnesen after two years. November, 1946, the family was repatriated to Germany. He then served with the Schleswig-Holstein Church, but soon after was called to return to India for a full career of mission service with the Jeypore Lutheran Church. Interview, one of the first taped by the writer, presents an informative, introductory depiction of the many problems which the German Missions personnel faced in British India during World War II.

Missionar der Breklumer Mission in Orissa Indien seit 1935. Internierung 1939 bis 1940 in Ahmadnagar, 1940 bis 1942 in Dehradun, 1943 bis 1946 in Purandhar, 1947 in Sartara. Missionar in Nowrangapur 1950 bis 1954. Missionar in Laxmipur 1956 bis 1973. Missionar Reimer Hans Speck, ist am Freitag den 11.07.2008 mit 97 Jahren friedlich und erfüllt in seinem Strohdachhaus in Molfsee bei Kiel gestorben." © http://gaebler.info/politik/tucher.htm#Speck   (e.s.)

 

2008

"Ich will .... ja mal länger erzählen, was ich in einem alten Heft bei meinem Vater nun gefunden habe: ein Original der Erstausgabe von "Von den Anfängen der Mission" 1912, und ebenso "Unter der Fahne des Kreuzes" 1926 von D. Bracker. In dem ersten waren die Fotos aus der Zeit noch erhalten (Bandi, Madras etc. und Jeyporkirche) die in der Neuauflegung 1960er nicht mehr erscheinen. Ebenso nicht die ausführlicheren Erzählungen und Berichte, die später einfach gekürzt wurden.

Im zweiten fand ich die Fotos von Jeypore Kirche und von unseren Großvätern. Ich finde noch nicht die Angaben zu den Kirchbauten, obwohl die Gründungen und Bauten der Missionshäuser (erste Missionsphase, Missionar Pohl) gründlich beschrieben wird .

Angaben Bracker zur Phase 1. Weltkrieg und Umbruch bis 1926 sind enthalten......

Zum Gegenwarts Erik gelangten viel besser die ausgiebigen pionierhaften Erzählungen der Gründungen, z.B. von der Missionsstation Laxmipur durch den Draufgänger / Alleingänger (unverheiratet) Frieling. Laxmipur 1907 gegründet. Schwere Jahre des Baues etc.

Ich bin damals eben auch zu kurz gekommen mit den alten Geschichten und habe (zu klein/zu jung) wenig darüber vor Ort etc. erfahren. Aber wir kannten Frielings verfallenes Grab, wo wir nicht spielen durften in Lax."   (e.s.)

um 1997

  S. Bender beschreibt darin das Kond Adivasi Dorf Putisil meiner Heimat, wo heute noch die Mission / Kirche Projekte hat, z. B. Adivasi Projekt Hans M. SPECK.  (e.s.)

 

1983

1983.  Erik beim "Channeln" mit Indien auf einem alternativen Ziegenhof in Bovila bei Toulouse in Frankreich. (e.s.)

 

1976

1976.  Rayagada-rail, Eastern ghats, Orissa, Indien.
Anreise nach Rayagada im August Südost-Monsun. Reisgrüne Felder vor den Bergen von Gottiguda im "Jeypurland" (mein Lieblings Nostalgie Indien Träume Desktopbild) auf der indischen narrow gadge railway von Visianagram nach Rayagada.
Meine erste Tagesfahrt. Sonst sind wir Missionarskinder früher immer  tief in der Nacht hier durch gekommen und nachts um 3 auf der verschlafenen Bahnstation in Rayagada in den Unimog nach Laxmipur gestiegen. In Visianagram war nach einer Nacht Zugreise von Kodai Road nach Madras, einem Tag Aufenthalt in Madras und einer ganzen Zugnacht von Madras rauf nach Visianagram (broad gadge, breite Gleisspur-Eisenbahn; aber auch Dampf Kohlenruß-Eisenbahn) am Nachmittag der Umstieg (Stunden warten auf der Railwaystatioin auf den anderen Zug Richtung Raipur) in die Narrow Gadge, Schmalspur Dampf Eisenbahn.  (e.s.)

 

1965 (1916)

Die Raja Spende für die "Jeypore" als Kampfflugzeug wird bei Waack genannt (mit einem indischen Quellen Nachweis). Von dem Flieger selber kann W. nichts berichten. Da fängt dann unsere Story an. (Meine Geschichte weiter unten - - -  ist erlogen und erst.....  :-)
 Wahr ist aber, dass wir Missionarsjungs in den 1960-ern eine russische MiG über Laxmipur im Tiefflug donnern sahen und uns beeilten auf einer Blitzwanderung auf den Berg zu steigen, hinter dem der Düsenjäger in Richtung Narayanapatna und Salur verschwunden, und für uns gecrasht sein musste. ..... Soviel europäische Ahnung hatten wir dann doch über diesen seltenen Gast über dem Jeypurland. Die Russen hatten wohl als Auftragsgeber das Gebiet in Orissa überflogen und besucht, wo sie Mitte der 60-ziger in Sunabeda bei Semliguda und Koraput bei der indischen Regierung ein MiG-Motorenwerk (Werk der Hindustan Aeronautics Limited; auch Dornier Zusammenarbeit) bestellt und gebaut haben. Für diese "Industrialisation of Orissa" ist dann auch Großvater Hinrichs Kolab River bei Jeypur / Koraput mit einem Damm (Kolab Dam) gestaut worden, wobei viele Adivasi Missionsdörfer versenkt wurden.  (e.s.)

Und ein bissschen Phantasie (e.s.) ...Die Story müsste die "Jeypore" natürlich zur Feier der Einweihung über Jeypur fliegen lassen mit ein Paar Flügelschlägen zum Gruß an den auf der Terrasse des Missionsbungalows Kaffee trinkenden Maharaja. Dann dreht der Doppeldecker ab und der indische Hindu Pilot schmeißt noch seine indische "Bidi" Mini Blatt Zigarillo Zigarette aus dem Fenster und den Konddörfern der ihm verhaßten "Affenmenschen" auf den Kopf. Dann fliegt das Flugzeug zu seinem ersten Kriegseinsatz zurück nach Waltair, um die "Emden" zu bombardieren. Unterwegs über den Bergen des "Jeypurlandes" kurz vor Salur wühlt der Pilot noch mal umständliche seine weiten currygelben Kahki-Hosentaschen nach einer neuen Bidi durch, dabei gerät er an den Auslöser der Bömbchen. In seiner ganzen Verzwieflung, weiß der Hindu nicht was er machen soll, wenn alle Bomben jetzt schon viel zu früh auf sein Heimatländle heruntergehen. Er dreht ab, steuert direkt auf das offene bengalische Meer zu, viertel Stunde Luftweg entfernt von Salur. Seitdem wurde die "Jeypore" nie wieder gesehen. Man hat später rekonstruiert, dass die schäbige "Jeypore", ein kleiner einmotoriger Flieger aus dem Privatbesitz des höhnisch lachenden Maharajas von Madras, gar nicht mit Bomben bestückt gewesen war und dass der Pilot ganz umsonst sein Flugzeug und sich selber im Ozean versenkt hat. Ganz indisch hatte man die "Jeypore" zwar für ihren Jungfernflug nach Jeypur mit Blumengirlanden geschmückt, aber natürlich die Beladung mit den Bomben schlicht "forgotten".

(Raja heißt der indische adelige Landesfürst, der geehrte Großfürst wird dann Maha-Raja = zu Deutsch "großer König" genannt. Das Reich heißt das "Raj" und die Briten benutzten es gleich für ihre Kronkolonie British India, oder "The Raj".)

 

1965 (ca.) Mailwechsel: ".. wir kamen auf die Pension Timm in Osterstedt zu sprechen wo H.S. und L.S. ihre letzten Jahre waren (auf Kosten ihrer Kinder, da Pension für 26 J. Dienst von Breklum ausblieb).
Ich fragte ob die etwas mit dem Indien-Missionar T. zu tun gehabt hätten, der gleichzeitig mit den beiden in Indien war; wusste sie nicht. Aber die Tochter hätte den Bruder von Greta Reimers - Ernst (Doppelname) in Sarzbüttel später geheiratet; "den Sohn von Tante Marie, die Mutter von Reimer Hans, die hiess auch Reimers .."
(r.s.)
.. Pflegetochter von HS und LS heiratet in Sarzbüttel STS Nachkomme (?)."
(e.a.)

"Das werden Timms in Osterstedt sein. Zu denen habe ich bei Henschen nämlich gefunden:
Missionar Johannes Timm, 1861 - gestorben Kotapad1900, Sohn des Stadtmissionars D. Timm in Hamburg.
Verheiretet in Indien 1888 mit Maria, Tochter des Tischlermeisters Rhode in Hamburg.
Maria Timm, geb. Rhode , bis 1907 in Indien. ".. Ihren Lebensabend fand sie in Osterstedt. Auf dem Friedhof Todenbüttel ruht sie mit ihrer Schwester Frau Timmcke .." geb. Rhode. (Missionare Julius Timmcke 1861. 1885-1916 Kotapad und Koraput. ".. seine erste Frau starb 1895 in Waltair. Seine zweite Frau war Wilhelmine geb. Rhode ..")
 (e.s.)

Weiss jemand Näheres (!?)


 

1965
1965.  "Sylvester in Indien; in Laxmipur hat meine mutige Schwester Karen mit 16/17 abends um 12, als alle Inder schliefen, in Laxmipur oben an der dunklen einsamen Laxmipur Kirchkapelle die kleine deutsche bronze Glocke geläutet, weil sie meinte, Sylvester muss die Kirchglocke läuten. Am Tamarinden-Weihnachtsbaum im Wohnzimmer unseres Missionsbungalows hängten wir tatsächlich von den Missionsdamen aus Germany geschicktes Lametta auf, damit wir Schnee-Weihnachten in Indien geniesssen konnten."  (e.s.)

1960

1960.  Familie Reimer & Ille Speck, Laxmipur/Lakschmipur/Laxmipore.....
"..auf der Treppe zur Terrasse des Missionsbungalows in Laxmipur, erbaut von Missionar Frieling 1907 bis 1911, wo wir von 1956 bis 1966 gewohnt haben. Die Missionarskinder mit dem Unimog, für die ihr "Missionskinder in der Heimat" euer sonntägliches Fünf-Mark-Stück in das Sparschwein tun durftet. - Personen von links nach rechts hoch: "Schnuppi" der blonde Dackel, Erik 8, Michael 10, Karen 11 - mit "Pfiffi" dem schwarzen Kurzhaardackel, Hans 15, Theo 16, Ille Speck, Reimer Speck. (Ein Abzug dieses Fotos kam in der Breklumer Sonntagsblatt 1960 und war wahrscheinlich seitenverkehrt herum)." (e.s.)

"Die Erzählungen von Mutti und der Topf mit den 5-DM-Stücken, das war ja ein Teil unserer Kindheit. Das kann man auch fast nicht vergessen." (meaa)

Geschichte eines Missionarskindes

Laxmipur.  1960.  "Wir waren "unten" in Narangapatna (Karte). Auf der Hinfahrt waren wir wohl schon da durch geschuckelt auf gleiche Weise eben. Erdrutsche passieren im / nach dem Monsun (August September). Dann sieht die Straße im Oktober bis Dezember so aus.  Einmal ist er umgekehrt und nicht "da durch gefahren", es gab auf anderer Strecke eine Havaria, der Straßendamm war an einer Stelle durch ein gefluteten Bach ganz weggespült, so dass nur noch große Findlinge zu passieren waren. Der Vater tanzte mit dem Unimog, wir ausgestiegen, auch da rüber aber hatte es dann abgebrochen, weil es mal nicht ging. Der Unimog wird bei solcher Fuhrt auf alles gestellt: Kriechgang langsamste Nummer, Differenzial oder Differenzialsperre, Allrad sowieso, Handgas. Vater am Steuer, hinten auf der Pritsche Erik links und Michael rechts, Hans fotografiert, voraus geklettert über den Erdrutsch. Der "Sahib-Carro", der "Missionary-Jeep", der "Dagg-Dagg!" der Unimog war einer der ersten Fahrzeuge nach diesem Erdrutsch am Patna Ghat Road (Karte). Der Unimog hatte Spiralfedern, so dass er fast Einzelradaufhängung hatte. Damit konnte man die Steine in der Havarie mit jedem Rad einzeln angreifen." (e.s.) Erlebnisse mit dem Unimog, dem Dagg-Dagg des Sahibs.

1954

©ES 1954.  Nowrangapur. Missionar Reimer Speck's erster Einsatz des neuen Unimog, der durch Kirchenkollekten und Nähkreise in Schleswig-Holstein finanziert war. "Der neue Unimog glänzte mit neuer Farbe auf dem Missionsacker in Nowrangapur. Der Vater probierte mit dem Unimog den mitgelieferten deutschen Pflug aus Bredstedt aus mit hier im Bild sichtbarer Kettenmontage an den zwei provisorischen obenliegenden Hydraulik-Hebearmen, Anhängerkupplung und Ackerquerbalken. Ich weiß dann nicht ob Reimer Speck jemals damit die sichere Pflugfurche hingekriegt hat. Danach hat der Missionar den Pflug und die Egge nie mehr regulär eingesetzt, weil er den Ochsenpflug verdrängte. Das Pflügen war wohl auch nicht einfach, da es am Unimog noch nicht die heute am Traktor übliche Dreipunkt-Aufhängung gab mit untenliegenden Hydraulikhebern und mittigem Oberlenker."  (e.s.)

Erlebnisse mit dem Unimog, dem Dagg-Dagg des Sahibs.

1938

zu Film Road in India  

".. alles gestellt .. Bewegungen sind von Regisseur angewiesen. Die Mahouts, die Elefanten-Pfleger sitzen einfach zu brav in Reih und Glied jeder ausgerechnet beim Heu aushändigen vor ihren Elefanten. .. Es ist aber Nordinden, von Delhi nach Rajasthan sieht es so aus. Der Ochsenkarren mit den kleinen vollen Holzrädern ist typisch Rajasthan.  -  "Unser" Indien ist Orissa und gehört damals zu Südindien. Die Bandis in Jeypur haben große Holz-Speichen-Räder. .. Luise sitzt natürlich in dem Palankin, obwohl dieser auch ein umgedrehtes, indisches kleines typisches geflochtenes Bett oft nur ist."  (e.s.)

1915

1916. Kodaikanal. M.L.S. und R.H.S. vor .... ?

... falsch mit Schuppen für "Mülltonne". Mülltonne gab es in Kodi oder Indien nicht. Es gab den "Garbage lot" oder Garbage place hinterm Haus, irgendwo wurde alles auf ein Haufen, evtl. in ein Loch geschmissen und irgendwann in Kodai von den städtischen LKW, der "Garbage Lorry", abgeholt. - Nein, es ist dann der Rosen-Spalier zum Garten oder sogar zur Eingangstür des Cottage "Rosalyn".  (e.s.)

1913

1913, Birth-Certificate, Waltair, indische Geburtsurkunde von M.L.Speck. 
Nur mit Stempel, ohne Unterschrift, Ort und Datum ist es eigentlich ungültig.
Es ist auch nur ein üblicher indischer Auszug, wie indische Geburtsurkunden,  aussehen (wie auch meine 1952, E.S.). Der STEMPEL, ein erster amtlicher alter Missions Kirchenamts-Stempel, ist interessant :
< Schleswig Holstein Evang. Luth. Mission   * THY KINGDOM COME *  Jeypore  Vizag Dt.>
 Thy Kingdome Come kennen wir doch als LOGO auf dem Schild der Jeypur Kirche.

< Vizag  > ist der damalige bis heute amtliche Kürzel für Vizagapatnam. < Vizag Dt. > Vizagapatnam District.

Waltair, die Residence Stadt der Britischen Militärs,  ist in den Anfängen 1910 als Erholungsort mit Missions-Urlauberhaus an der frischen Küste benutzt worden für das Fieber- und Malarialand in Jeypur.
Vizagapatnam ist die kommende Großstadt, die bald Waltair eingemeindet haben wird.

Visianagram ist nördlicher im Inland die letzte Eisenbahnstation vor dem Einstieg über Salur nach Jaypurland.  (e.s.)

1912

1912.  Aus Lebensbeschreibung H.S:  <<  "26.4.1912. Hochzeit Missionar Hinrich Speck mit Missionarin Luise Tiemann." ".. bei Pienings." (m.l.a.)
"Condition" =  Familienstand
"Bachelor"  =  Junggeselle
"Spinstor"   =   Fräulein / nicht verheiratet.
Übrigens sind solche amtlichen Register-Auszüge und Geburtsurkunden in meinem Indien alle gleich. Ich habe 50 Jahre später auch so einen .. mit einem "Extract auf Birth Certificate" als indische Geburtsturkunde 1952. Zwei sogar davon: der erste war ungültig, weil Kindsname und Kindsmutter fehlten einschließlich Stempel, Datum und Unterschrift der Behörde Nowrangapur.
Es ist eine Beglaubigung von 1938 (26 Jahre später durch andere Personen in Indien besorgt, z.B. Missionsleiter oder Reimer H. Speck) mit folgendem Wortlaut :
Zeugen H. Toft u. Piening waren anwesend. (Jungmissionare) Hochzeit in Jeypore 26. April 1912.
 <S. Speck: person solemnising the marriage>   S(iem) Speck vollzog die Hochzeit.
 <married in the Jeypore Mission Church>  Stempel interessant:
 1. < Deutsches Konsulat in Madras >  mit Reichs-Adler.
 2. <Registrar-Central Births, Deaths and Marriages  *  21. Sept. 1938  *  Madras >
 <Gesehen im Konsulat des Deutschen Reiches zu Madras zur Beglaubigung vorstehender Unterschrift des Herrn N. Krishnamurt, for Registrar Central of Births, Deaths and Marriages  > (e.s.)

1911

    Die Bandi Station ist ein historisches Bild. Wenn das nach Bildauskunft in den Nilgiris ist, dann ist es nordwestlich von Kodi. Wahrscheinlich ist es Kotagiri Ghat Road. Kodi liegt in den Palni Bergen. Kodi Tope hatte nicht solchen Komplex an Gebäuden an der Tope Bandi Station.   
    Diese Nilgiri Bandi Station kann sich an den Aufstiegen zu den Hillstations Kotagiri, Ootakumund, etc. befunden haben.  Hinrich Speck hat vielleicht mit Missionarsurlaubern in der Heißen Zeit auch mal Kotagiri besucht. Kotagiri war anfänglich bis zum 2. Weltkrieg Ferien Hillstation für die Breklumer Missionare. 
   In dem Foto ist oben im Hintergrund eine gemauerte Straße langsam aufsteigend zu sehen. So kann man z.B. in google Earth an den Foothills nach Kotagiri am Beginn der Ghat Road suchen nach diesen Gebäuden dieser Bandi Station. Ab 1912 begann der Bau der Ghat Road nach Kodaikanal hinauf z.B.  und wahrscheinlich auch der Bau der  Straßen zu den anderen Hillstations der Nilgiris (bei erste Einführung des Autos in Indien). Die Kodaikanal Ghat Road hat am Fuß keine solche Bandi Station gehabt, und es sind heute keine solche Gebäude dort vorhanden. (e.s.)
 
    "..  wir kriegen unsern Bandi noch hinauf  und dann auch wieder herunter! Die Missionarsfrauen sind mit Luise Tiemann schon rechts im Bild beim Besichtigen und Besteigen ihres Bandis zusehen ..    :-) "

" .. Da sind wir bei HS "Bandi Khana" Fuhrmannshof Postkutschen Wechsel Station.." (e.s.)

"Hinrich und die Missionare waren eine lustige reise-begeisterte Gesellschaft. Ich glaube schon, dass der junge Missionar als Anhang zu den Missionarsfamilien nach Kotagirir auch kam zu einer Erholungspause. Und als Baumeister hat er  sich bestimmt für die Pohl Baustelle der Christiansberg Cottage bzw. ist er vielleicht gar noch offiziell in des Begleitung dort gewesen." (e.s.)

 

 

1907

(www)

1907 Marie Reimers Landung in Indien/Waltair. 1911 Luise Tiemann.

Nach ihrer drei Wochen langen Schiffspassage von Rotterdam durch den Suez um Colombo nach Madras in Indien dampften sie noch fünf beschwerliche Tage weiter nordwärts an die Reede von Waltair, bevor sie hier an Land gehen konnten. Ihr Schiff lag drei engl. Meilen vor Waltair auf Reede, wo sie in einfache Fischerboote umsteigen mussten um an den Strand des (noch kaum bestehenden) "Hafens" gebracht werden zu können.

Wie das Bilder aus der Zeit es uns malerisch zeigt, so starten und landen die Fischerboote noch heute so an den indischen Stränden. Ein Boat-Wala am Steuer, die Mannschaft steht und schwimmt im Wasser und schiebt das Boot vom Sand in die Fluten, und rudert dann ins offen Meer hinaus.

Die european ladies in langen Röcken und viktorianischen Damen-Tropenhüten - das Bild wird ca. 10 J. vor "unserer" Landung sein - werden von vier Kulis aus dem Landungsboot durch das Wasser an den Strand getragen. Hier stehen ihnen sofort je ein Palankin bereit, ihre weißen Empfangs-Offiziere, oder ein weißer Bräutigam.

Wie dem Saheb am Strand (hier im Bildvordergrund am Palankin), der sich um die korrekte trockene Absetzung der Dame fürchtet und ihr gern die eigene Hand zu Hilfe gereicht hätte, ist es vielleicht unserm jungen Missionar aus Jeypur, Siem Tiessen Speck ergangen, der seine Braut erwartet. Sein Bruder Hinrich konnte seiner späteren Braut nicht helfen, weil er noch nicht von ihr wusste.

"Marie" in Plüsch und Blumenhut wird gerade von zwei Indern aus dem Wasser an Land getragen und "Siem" steht an Land und ist bereit einzugreifen, falls die Dame ins salzige Nass stürzen sollte. Ein brauner Bengale hält ihm einen blauen Sonnenschirm.
Am schon mit Felssteinen befestigten Strand vor der Hafenpromenade von Waltair wird achtsam das schwere Gepäck mit den "Trunks", den Übersee-Kabinenkoffern der Damen abgestellt und für die Zollabfertigung bereitgehalten. Der Zoll sitzt auch schon da am Pult am Strand und will seinen Einfuhrzoll erhalten und den Damen das erste indische Bakschisch abbhandeln.
An der Promenade vor den Konsortien- und Hafenspeichern mit dem kolonialen Gästehaus stehen andere Langrock-Missionarinnen und warten auf ihre Palankine für das Besteigen der Strand- und Landeboote um den Dampfer auf der Reede zu erreichen.
Die jungen Missionarinnen sind noch in schrecklicher Ungewissheit, was sie erwartet und wie denn ihre Weiterreise ins Jeypurland noch vonstattengehen soll. Da hilft auch die erste, ihnen noch ganz fremde Frucht einer grünen lufballongroßen Kokosnuss nicht, die ihnen von der Palankin Crew mit als Empfangsgetränk in die königliche Trage gereicht wird. Marie und 4 Jahre später Luise werden in einer zwei Wochen langen beschwerlichen Reise mit dem indischen Bandy/Ochsenwagen von Visianagram nach Salur zu ihrer ersten Station gefahren werden.  -  Das Bild zeigt in Wirklichkeit Madras. Es waren aber dieselben Verhältnisse in Waltair - und vielen anderen Orten an der langgründigen Ostküste, wo die Dampfer kilometerweit draussen auf Reede ankern mussten.
 (e.s./e.a.)

 

1907
"Der Sprachlehrer ist ein Hindu Brahmane. Die hatten damals die Wissenschaft. Der Sprachlehrer wurde am Anfang vom Raja den Missionaren vermittelt."  (e.s.)

Geschichte eines Missionarskindes

Briefe Erik

 

Erzählungen v. Erik


(e.s.)


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