Siem Thiessen SPECK "der Ältere"

* 4.1.1842 in Sarzbüttel im Kreis Süder-Dithmarschen im dän. Gesamtstaat". † 1872  in Sarzbüttel im Kreis Süder-Dithmarschen der seit 1866 Provinz Schleswig-Holstein in Preussen.

Missionar der Rheinischen Mission Barmen.

Siem Thiessen Speck beschloss - getragen von der Sarzbüttler Sippe und unter dem Einfluss des 1855 gestorbenen Dithmarscher "Kirchenvaters" Claus Harms - die "Heiden zu bekehren" und machte eine Ausbildung zum Missionar in Barmen. Sein Wunsch war es nach Sumatra ausgesandt zu werden. Weder dies noch seine bevorstehende Aussendung durch die Rheinische Mission nach Südwestafrika fand statt (dem Gebiet der späteren ab 1884 deutschen Kolonie "Deutsch-Südwest") , da Siem T. 1872 auf seinem Abschiedsbesuch zu Hause in Sarzbüttel an der Cholera verstarb. S.T. Speck beeinflusste das Leben der Indien-Fahrer unserer umfassenden Familiengeschichte, unsere Großväter und Großonkel, Hinrich und Siem Tiessen Speck - die Söhne  unserer Sippen-Urgroßeltern Reimer Jakob und Christine Speck - sowie noch heute das Leben mehrerer Generationen "Nicht-Specks" in Deutschland und in Indien. Von Siem Thiessen erhielt unser Großvater und Großonkel Siem Tiessen seinen Namen, und bis heute hat sich der Vorname Siem in den Zweigen der Speck-Familien vererbt. Dieser "jüngere" Siem Tiessen und sein Bruder Hinrich wurden um 1905 Indien-Missionare in der 1876 gegründeten "hauseigenen" Breklumer Mission in Schleswig-Holstein.

 

Vor dem Beginn der Breklumer Mission war die Barmener Mission eine der grössten Missionsgesellschaften. Wer in Schleswig-Holstein Missionar werden wollte, musste in andere deutsche Länder, die ja nun 1872 im neuen Reich "vereinigt" waren.)

 "Ordinations-Zeugniss" für Siem Thiessen SPECK "dem älteren" am 14. August 1872 auf der Elberfelder Kreissynode in der Kirche Unter-Barmen zum Missionar.

Ordinations Zeugnis. (Text in heutiger Lesart)
Siem Thiessen Speck geboren zu Sarzbüttel in Dithmarschen den 4. Januar 1842,
welcher als Zögling der Rheinischen Missions-Gesellschaft seine Ausbildung im Missionsseminar zu Barmen vollendet hat, hat nach wohlbestandenen Abgangsexamen und nach erteilter Zustimmung des Königlichen Consistoriums zu Coblenz durch das Moderamen der Elberfelder Kreissynode am heutigen Tage in der Kirche zu Unter-Barmen vor versammelter Gemeinde die kirchliche Weihe zum Predigtamte und zur Verwaltung der Sakramente empfangen, jedoch mit dem Vorbehalte, dass diese Ordination als solche ihm noch kein Recht auf Anstellung in der evangelischen Landeskirche Preussens verleiht.
Solches wird hierdurch urkundlich bescheinigt.
Barmen, den 14. August 1872.
Das Moderamen der Elberfelder Kreissynode  
Stempel, Unterschrift                  Kirschstein, Superintendent 


(e.s./m.d./e.a./c.p.)


Ordinations = Zeugniss. (Text im Original):

Siem Thiessen Speck geboren zu Sarzbüt=
tel im Dithmarschen den 4 Januar 1842,
welcher als Zögling der Rheinischen Missions = Gesell=
schaft seine Ausbildung im Missionsseminar zu Barmen
vollendet hat, hat nach wohlbe=
standenem Abgangs = Examen und nach ertheil=
ter Genehmigung des Königl. Consistoriums
zu Coblenz durch das Moderamen der El=
berfelder Kreissynode am heutigen Tage
in der Kirche zu Unter-Barmen vor versammel=
ter Gemeinde die kirchliche Weihe zum Predigt=
amte und zur Verwaltung der Sakramente
empfangen, jedoch mit dem Vorbehalte, daß
diese Ordination als solche noch kein Recht
auf Anstellung in der evangelischen Landes =
Kirche Preußens verleiht.
Solches wird hierdurch urkundlich bescheinigt.

Barmen, den 14 August 1872.
Das Moderamen der Elberfelder Kreissynode
                               Kirschstein
                               Superintendent 

(e.s./e.a./m.d./c.p.)

"Die Ausbilldung zum Missionar eines Urgroßonkels liegt am Anfang unserer Familiengeschichte wie ein erster Wegweiser. Auch wenn er noch nicht nach Afrika, oder gar nach Indien als Missionar damals kam, sein Fernweh und seinen Drang zu anderen Ländern aber hat er seinen Leuten bis zu uns mitgegeben. Lassen wir dieses Ordinationszeugniss 1872 als ersten Clou zu unserem Fernweh dienen. Das lateinische Wort "Moderamen" mit großem Flair-von-Welt im damaligen kaiserlichen Deutschland bedeutete die Mannschaft an hohen Herrn des Prüfungsrat oder Kirchenrats." (e.s.)


(e.a./e.s.)


[Namenskürzel]

Home