Marie Luise Speck *23.2.1913 Waltair (Indien)

[Lebensbeschreibung]

(in Arbeit)


1913-02-23

 

Lebensbeschreibung Marie Luise Arlt, geb. Speck, zur Hochzeit mit Ernst Arlt in Lyck/Ostpreussen im Dezember im vorletzten Kriegsjahr 1944   (e.a.)

1934-38. Unsere Mutter Marieliesel Speck war als junges Fräulein auf ihrer ersten Stelle um 1935 als Sachbearbeiterin bei der "NSV-Tuberkulose" in Königsberg/Ostpreußen. Eines Tages klopfte es an der Bürotür und Besuch stellte sich vor. Ein stattlicher Mann war eingetreten:
„Guten Tag, Rindfleisch!“ sagte er.
„Guten Tag, Speck!" antwortete die schöne dunkelhaarige Sachbearbeiterin, unsere Mutter Marie Liesel, ebenfalls korrekt.
„Ich heiße wirklich so!“ erwiderte der Herr empört.
„Ich auch!“ erwiderte unsere Mutter.
Da erst löste sich die Situation in beiderseitigem Gelächter auf und er lud sie ein zu einem Café am gleichen Abend. Die junge Sachbearbeiterin lehnte aber die Avance freundlich ab.
Muttern meinte später zu uns: „Hättet ihr denn so heissen wollen?!“
  (e.s./e.a.)

1938.  Auch ihren späteren Ehemann Ernst Arlt traf sie zum ersten Mal auf der Arbeit - als er Tuberkulosehilfe für "seine" Philipponen, eine russische Sekte in seinem Lehrerdistrikt, erwirken wollte (was er wahrscheinlich bekam, sonst wäre er nach der dann vergeblichen langen Reise nach Königsberg wohl etwas ungehalten gewesen. Gebraucht hätte er es nicht, und wahrscheinlich sowieso seine Kompetenz dabei überschritten - was ja für eine normale Bürokratin ein gefressenes Futter gewesen wär).  (e.a.)

1943     DRK-Ausweis (e.a.)

1944.  MLSpeck als DRK-Schwester Hauptbahnhof Königsberg. Verpflegung für Verwundetentransporte von der Ostfront, die man bald mit der Strassenbahn erreichen konnte. "Als mich einer der Verwundeten sah, stiess er seine Hand durch die Fensterscheibe, um mich zu umarmen. Dabei wurde er aufs neue verletzt. Es war ein Franzose."  "Charlemagne" ? (MLA) (e.a.)

1944/45     Betätigungsblatt DRK  (e.a.)

1944. MLS konnte durch ihre Kontakte beim roten Kreuz eine Beurteilung ihres Bruders Theo erreichen; wozu damals eigentlich die Zeit der Ärzte nicht vorhanden war. (e.a.)

www

Absturz Stellau

Tempo Dreirad.jpg (13367 bytes) Tempo

Im Mai1945 "rettet" MLA einen Cousin in Q., wo ein Teil der Speck-Familie, einschliesslich HS/LS seit Herbst 1944, wohnten, vor plötzlicher Verhaftung durch die Militärpolizei (Montgomery's "Wüstenratten"). Der wortführende Engländer war "alter Inder" und wurde, "nach Beruhigung, mit Indien-Klönschnack aufgehalten". Die "Jungens" hatten einen mit Fallschirm abgesprungenen, wahrscheinlich ebenso jungen Engländer, eine "Tracht" versetzt, was (Haager Landkriegsordnung) verboten war, und wurden, nachdem der Pilot dies nach Kriegsende seiner Militärpolizei meldete, vom Gericht der Militärregierung mit mehrjähr. Gefängnisstrafen belegt. Die Speckfamilien in Q. wurden auf dem Einkaufsweg nach Kellinghusen unterwegs auf der Landstrasse Wrist-Quarnstedt von engl. Tieffliegern am Ende des Krieges einzeln verfolgt und beschossen "Wir lagen oft im Strassengraben um uns zu schützen" (MLA). Wrist und die Felder Quarnstedt's lagen an der Eisenbahnstrecke Hamburg-Kiel, die Angriffsziel der engl. Jagdbomber und amerikanischen Bomber war  (< Link,  als 5-jähriger noch die Bergung dieser Maschine mit 3-Rad-Tempo-Kleinlaster gegenüber der Schule Stellau erlebt. Im Text steht dass die Maschine sofort weggeräumt wurde, was jedoch nicht stimmen kann, weil ich erst 1946 dort geboren wurde, und die Bergung noch vor Augen habe. EHA)  Noch heute, jedenfalls in meiner Jugend, benutzten die Kühe am Rand der Strecke bei Wrist die Bombenkrater als Tränke. RS berichtet von einem angegriffenen und zerstörten Zug voll mit Lebensmitteln (wahrscheinlich von Dänemark her), bei dem sich die Quarnstedter Bevölkerung versorgen konnte, da diese wohl, als Entschuldigung, auf jeden Fall verdorben wären.  (e.a.)

1946. MLA Kennkarte. "Abbes HK" im alten Stempel. Zeitgeschehen in Kleidung und Gesichtszügen. Das Ausland will keine Deutschen mehr. Auch innerhalb Deutschlands geht es nicht ohne Karte (später Flüchtlingsausweis). Vor allem nicht zur alten in aller Eile übergebenen Wohnung in Königsberg. In den 1960-er Jahren tauchte eine alte Freundin auf, die dort erst jetzt die Ausreisegenehmigung erhalten hatte, und übergab ihr eines ihrer Bücher, dass tatsächlich noch in ihrem alten Bücherschrank gestanden hatte, als die Freundin die dort wohnende russische Familie vor ihrer Ausreise besuchte und es als Geschenk mitbekam. Auf der Hochzeit Kusine RA in Berlin hatte ich in den 1990er Jahren als Tischdame eine, MLA gleichaltriger, Ostberlinerin, die 1945 Bankangestellte in Königsberg gewesen war, "ihre Pflicht bis zum letzten erfüllt" hatte, dann nach den ersten "Wirren" (Soltjenitsin, Königsberg und Gulag) nach Sibirien, als überzeugte Kommunistin um 1970 zurück, und in "Ostberlin"/DDR einen guten Posten bekommen hatte. Diese Anverwandte der Kusine trat dann mit ihrer Lebensbeschreibung nach 1990 in einer Fernsehreihe (und Buch) über die Flucht auf, und Tante M. durfte sie (da blind) zu einer Ordensverleihung durch den Bundespräsidenten geleiten (Presse, Funk u. Fernsehen). (e.a.)

©EA ©EA 1964. "Uns Robert (Kennedy)" schüttelt mehreren der K.E.A. / M.L.A. Klasse 10b "Ali Baba und die 10 Räuber", Mittelschule Kellinghusen, die Hände. Zum Dank Blumenstrauss mit Adresse K.E.A. in den Wagen. Keine "Rückantwort". "Im Hintergrund unser Bus". Heidelberg, vor der neuen Universität, 1964 auf Klassenfahrt.  Schülerin im Album".. und es ist uns unklar geblieben, wieso man es uns nicht ansah, dass "Er" uns die Hand gegeben hatte. In dieser allgemeinen Verehrerstimmung beschlossen wir, ihm einen Blumenstrauss in den  offenen Wagen zu legen, doch leider blieb die Karte mit der Anschrift unseres Oberhauptes unbeantwortet."  (e.a.)

1976. Taschenkalender M.L.A.  31.10.  Fr. Barbara Jahnke mittags u. nachm. bei mir. Spaziergang. Indiengespräche.  1.11.  Missionswoche. Nachmittag d. Begegnung. Barbara Jahnke, Mädchenheim Kotapad. Abends Miss. Referenten Gast beim KV.  2.11.  Nachm. Reimer mit 2 Indern bei mir, abends zus. in Quarnstedt b. Hans u. Cilly.  4.11.  19.30h Vortrag m. Diskussion P. Dr. med. Flachsmeier, Hbg "Ärztl. Mission".  5.11.  Aufbau f. Verlosung.  6.11.  Miss, Verlosung. Vortrag P. Dr. Knuth "Nairobi".  7.11.  Festgottesdienst m. P. Laiser, Tansania.



1988

 


Briefe an M.L.A.


(e.a.)


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